3D-Ego-Shooter-Visualization and Experience of Mailinglists with the Game Engine of Doom3

Screenshot of visualised e-mails.

Screenshot of visualised e-mails.

Ich besuche in diesem Semester (WS05/06) die Vorlesung Information Visualization in the Information Management domain, die von Dr. Malgorzata Bugajska abgehalten. Als Projekte neben der Vorlesung müssen wir eine Visualisierung implementieren, die ein vorhandenes Problem eines Gebietes aus dem Informationsmanagement lösen soll. Mit einer Gruppe haben wir Mailinglistenarchive als Thema ausgesucht, da ich zeitgleich gerade eine Seminararbeit über die Expertenfindung in Mailinglisten schreibe. Wir haben lange diskutiert mit welcher Technologie wir die Visualisierung vornehmen wollen. Java konnten wir alle. Doch für eine Visualisierung müsste man sehr viel Zeit investieren. Anders ist das Flash. Mit nur wenig Aufwand kommt man zu einer sehr prächtigen äusseren Erscheinung. Allerdings hatte keiner aus der Gruppe genügend Erfahrung damit. Ich bin dann schliesslich auf die Idee mit der Visualisierung auf Basis einer Spieleengine gekommen. Ich hatte bis Dato genügend Erfahrung mit Mapping sammeln können in einem Projekt am Institut für Publizistik unter Prof. Werner Wirth, wo es um die Erforschung des Flowerlebnisses und Emotionen in virtuellen Räumen ging.

Mailinglistenarchive werden heute im Web als hierarchische angezeigt. Das Problem dabei ist, dass die Betreffs der Emails wenig oder überhaupt nichts über den Inhalt einer Email verrrät. Die meisten Antwortmails führen einfach noch ein “Re:” im Betreff. Der Benutzer muss sich also alle Emails ansehen, was natürlich viel Zeit kostet.
Mit unserer Visualisierung möchten wir dem Benutzer eine Erlebniswelt bieten, wo er wie in einem Multiplayerspiel, zusammen mit anderen Benutzern ein Mailarchiv durchstöbert. Dabei steht ein Raum für eine Email. Die Antwortmails werden ebenfalls als Raum dargestellt und über Gänge mit dem Ausgangsmail verbunden. Die Benutzer laufen von Raum zu Raum und können die Emails lesen, die in der Mitter des Raumes projiziert ist. Damit hat der Benutzer die gleiche Funktionalität wie bei den anderen üblichen Darstellungen von Mailinglistenarchive.
Das spezielle an unserer Visualisierung ist, dass die Benutzer durch Beschuss auf die projizierten Emails das Licht im Raum dämmen und so die Qualität der Emails bewerten. Dabei enthält ein heller Raum eine qualitativ gute Email und ein dunkler Raum eine schlechte Email. Durch beschuss auf einen Mülleimer klassiert der Benutzer die Email als Spam. Dabei haben wir die Metapher in Emailclients verwendet, die Spam direkt in den Mülleimer werfen. Als visueller Effekt wir auf im Raum befindlichen Monitoren eine Animation des CrazyFrogs gezeigt, dessen Jamba-Klingeltonsound abgespielt und ein Spiel von Discolichtern angezeigt, die mit einem Stroboeffekt aufleuchten. Durch beschuss auf eine Telefon wird die Email als sittenwiedrig klassiert. Als visueller Effekt taucht pinkfarbener Nebel auf und im Hintergrund wird das Lied “Je t’aime…moi non plus” gespielt. Um Emails als Flamingmails zu klassieren, muss man auf die Spielekonsole Super Turbo Turkey Puncher schiessen.

Diese Bewertungen bleiben im Level enthalten und jeder neue Benutzer tritt in ein Mailinglistenarchiv ein, welches durch früherer Benutzer bewertet worden ist. Somit sieht er auf einen Blick, welche Emails lesenswert sind und welche nicht, da diese Bewertungen als Farbsignal über den Türen stehen, die zu diesen Emailräumen führen.
Ein zusätzliches Plus ist die Tatsache, dass mehrere Leute gleichzeitig im Mailarchiv stöbern können. Die Benutzer begenen sich und können mit einander mittels Chatfunktion in Kontakt treten. Dabei könnten sie sich gegenseitig helfen und auf Emails verweisen, die sie bereits besucht haben.

In kürze werde ich den Prototypen hier auf dieser Homepage veröffentlichen. Jeder der Doom3 bei sich auf dem Computer installiert hat, kann dann die Map des Mailinglistenarchives testen.

Downloads

mapfiles4mailinglist

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